Das große WARUM

In den vergangenen Wochen wurde ich angesprochen, warum wir eine Grundschule bauen wollen, obwohl es doch Aufgabe des Staates sei, sich darum zu kümmern. Dazu möchte ich Euch hier die Hintergründe, unsere Ziele und Ambitionen erläutern.

Mit dem Verlassen der Wälder hat sich das Leben der Batwa-Pygmäen für immer verändert. Der Vulcanoe- Wald wurde zum Nationalpark und Weltkulturerbe erklärt, um die gefährdeten Berggorillas innerhalb seiner Grenzen zu schützen.

Die Batwa wurden aus dem Park vertrieben, ohne dafür eine Entschädigung zu bekommen. Armut, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Mangel an Bildungsmöglichkeiten, HIV sowie geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung sind in Batwa-Gemeinschaften höher als in anderen Gemeinschaften. Das Ergebnis ist absolute Armut und aufgrund des Mangels an Bildung gibt es auch kaum Ausweg aus dieser Situation.

Obwohl Ruanda beeindruckende Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit gemacht hat und die Indikatoren in Bereichen wie Gesundheit und Bildung verbessert wurden, zeigen Berichte, dass Batwa-Gemeinschaften durch Diskriminierung und Schwierigkeiten beim Zugang zu Dienstleistungen weitgehend von diesen Vorteilen ausgeschlossen wurden.

Dies hat zur Folge, dass sie höhere Kindersterblichkeitsraten, eine kürzere durchschnittliche Lebensspanne und höhere Erkrankungs- und Unterernährungsraten aufweisen als ihre Mitmenschen.
Konkret in Zahlen: die Lebenserwartung liegt bei unter 37 Jahren und nur jedes 3. Kind erlebt seinen 5. Geburtstag.

Im Alltag ist die Diskriminierung deutlich zu spüren, es gibt keine Arbeit für Erwachsene, keine Bildung für Kinder, kein Zugang zum Gesundheitssystem und sie führen ein Leben am Rande der Gesellschaft. Die Frauen wissen oft nicht um ihre Rechte und sind oft sexueller Gewalt ausgesetzt. Laut einer Studie der „Minority Rights Group International“ sind 57% der Batwa Frauen Opfer sexueller Übergriffe.

Laut UNO sind die Batwa ein vom Aussterben bedrohtes Volk und gehört damit eindeutig zu einer ethnischen Minderheit, deren dramatischen Lebenssituationen dringend verbessert werden müssen.

Da die Bildung oft der einzige Ausweg aus der Armut ist, setzt unser Projekt dort an. Die meisten Grundschulen, und als Folge auch die weiterführenden Schulen, weigern sich, Batwa-Kinder als Schüler zu akzeptieren und zu unterrichten.

Die Ecole Malaika ist eine sehr engagierte Vorschule in Gisenyi im Nord-Osten Ruandas und die rühmliche Ausnahme. Sie nimmt Straßenkinder auf, Kinder von Teenagermüttern, Kindern von Tagelöhnerinnen, die im benachbarten Kongo arbeiten müssen und – das ist einzigartig und besonders – sie ist die einzige Schule, die sich für die Kinder der Batwa einsetzt. Die Lehrer der Schule besuchen die Batwa in ihren Siedlungen und ermutigen das ganze Dorf, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Die jetzigen Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren werden in Kinyarwanda, English und Französisch, Mathe, Musik und Sport unterrichtet. Mit dem Bau der Grundschule werden Kinder künftig bis zum Alter von 12 Jahren unterrichtet.

Die Lehrkräfte kümmern sich in vielfältiger Weise auch um viele weitere Aspekte der Versorgung der Batwa: Gesundheitspflege, Hausbau, Hygieneschulung, Integration, Stärkung des Selbstbewusstseins und Vermittlung von Rechten.

Die bestehende Vorschule Ecole Malaika möchten wir um eine Grundschule erweitern. Wir wollen den Batwa-Kindern die Chance geben, 6 Jahre lang eine Grundschule zu besuchen und somit auch als Vorbild für die anderen Schulen dienen und so zeigen, dass Batwakinder natürlich auch lernen können und normale Menschen sind, die einen Platz in der Gesellschaft verdienen. Nach dem Abschluss der Grundschule stehen die Chancen besser, dass sie an weiterführenden Schulen ihren Schulabschluss machen können.

Leider stoßen die Ecole Malaika und der dazugehörige Verein YADE beim Bau der Grundschule an ihre finanziellen Grenzen. Sie leisten wertvolle, beispielhafte und einzigartige Hilfe vor Ort und daher möchten wir sie in ihrer Arbeit unterstützten.

Unser Ziel ist die Förderung der Kinder durch Bildung, Stärkung der ethnischen Minderheit, Integration in die Gesellschaft, Unterstützung der Menschenrechte, Auswege aus der Armut und (Zwangs-) Prostitution durch Bildung und Stärkung des Selbstbewusstseins und der Rechte.

Dazu werden wir Land erwerben und eine Grundschule für 250 Kinder bauen.

Der Landkauf entspricht den Voraussetzungen der Regierung und es gibt Planungssicherheit für mehrere Jahrzehnte und bietet eine feste Struktur.

Die Schule ist inklusive des Vorschulbereichs für 250 Kinder geplant und natürlich für Kinder aus allen Bevölkerungsschichten offen, nicht nur für die Kinder der Batwa.
Es gibt derzeit 215 Batwa-Schüler im Kindergartenalter bis 12 Jahren.

Ziel ist diesen und anderen Kindern einen Grundschulabschluss zu ermöglichen. Wir glauben, dass dies der beste Weg ist, sie in die. Gesellschaft zu integrieren.

Von Beginn an lernen die Schüler das Miteinander und den gegenseitigen Respekt.

Wir möchten Diskriminierungen überwinden, die Lebensbedingungen durch Bildungsmaßnahmen verbessern und die stark benachteiligte Minderheit der Batwa fördern und gleichstellen.

Integration pur!

Derzeit besucht nahezu kein Kind der Batwa eine Grundschule, 125 Kinder wurden in den vergangenen Jahren durch die bisherige Vorschule betreut. Der Zugang zur Grundschule und anderen Schulen bleibt ihnen verwehrt.

Mit der Erweiterung auf eine Grundschule verfolgen wir gleich mehrere Ziele für die nachhaltige Entwicklung.

Durch die Unterstützung der Batwa in Form von Schulbildung und weitere unterstützenden Maßnahmen möchten wir ihre grundlegende Menschenrechte schützen und ihnen helfen ihre Menschenwürde zurück zu erlangen.

Wir unterstützen damit auch sozial benachteiligte und hilfsbedürftige Mädchen, die in der Gefahr schweben wegen ihrer schwierigen Umstände,mangelnder Bildung und Not in die (Zwangs-)Prostitution zu geraten oder in ihrer Schutzlosigkeit Vergewaltigungen ausgesetzt sind. Wir setzen uns für Kinder ein, die am Rande der Gesellschaft leben und die ohne Hilfe keine Zukunft haben.

Um die Eingangsfrage damit kurz und knackig zu beantworten:

Wenn wir es nicht tun, macht es keiner.

Wenn wir nichts tun, wird sich in absehbarer Zukunft für keinen dieser Kinder irgendwas zum Guten wenden. Diese Kinder verdienen eine Chance und wir werden sie ihnen geben.

Bitte unterstützt uns.

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