Ruanda ist vorbereitet


Ruanda ist vorbereitet für die Impfungen. Lager mit Kühlgeräten bis zu -80 Grad in jeder Provinz stehen bereit, die aufwendige Logistik ist organisiert, einzig fehlt es noch am Impfstoff. Weltweit eine Mangelware und vielerorts langersehnt gibt es bislang kein afrikanisches Land, welches die Impfung anbietet.

„Wir haben eine Million Notfalldosen bestellt und warten, aber wir hoffen, dass wir bis Februar oder sogar noch früher die erste Runde der Impfungen durchführen können“, sagte Dr. Sabin Nsanzimana, Leiter des Rwandan Biomedical Centres in einem Interview mit der „The New Times“ in Kigali.

Der Plan: Acht Millionen Menschen sollen geimpft werden

Ruandas Impfplan wird sich voraussichtlich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstrecken. Um 60 Prozent der Gesamtbevölkerung zu impfen, wird die Regierung 124 Millionen Dollar benötigen.

„Diese Gelder beinhalten natürlich auch Impfstoffe und andere logistische Dinge und andere medizinische Elemente, die benötigt werden, um das Paket zu vervollständigen. Es ist ein Zwei-Jahres-Plan, der darauf abzielt, diesen Impfstoff zu etwa 8 Millionen Menschen zu bringen“, sagte er.

Die Impfstoffe werden auf der Grundlage einer regionalen Vereinbarung verteilt, die die Hersteller mit mehreren Kontinenten einschließlich Afrika getroffen haben.

„Wir arbeiten mit der Covax-Impfstoffkoalition zusammen, in der sich die Länder zu einem Mechanismus zusammengeschlossen haben, der den Zugang, die Produktion und die Preisverhandlungen beschleunigt. Wenn Sie über diese Covax-Einrichtung gehen, können Sie eine Dosis, die etwa 19 Dollar kostet, für weniger als die Hälfte bekommen“, sagte er.

Unter der gemeinsamen Leitung der Vaccine Alliance (Gavi), der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und der WHO zielt Covax darauf ab, die Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Impfstoffen zu beschleunigen und einen fairen und gerechten Zugang für jedes Land der Welt zu garantieren.

Im Rahmen von Covax haben alle teilnehmenden Länder, unabhängig vom Einkommensniveau, den gleichen Zugang zu diesen Impfstoffen, sobald sie entwickelt sind. Das ursprüngliche Ziel ist es, bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen zur Verfügung zu haben.

Dr, Sabin Nsanzimana sagt, dass die Regierung beabsichtigt, 20 Prozent ihrer Impfstoffe über Covax zu beziehen. „Durch sie haben wir die 1 Million von Pfizer erworben, und wir schauen uns andere Hersteller an, die ebenfalls an Covax beteiligt sind. Wir werden den Impfstoff in Phasen erhalten und diese eine Million ist die erste Phase, die als Notfallphase bezeichnet wird“, sagte er.

Wer wird geimpft werden?

Die Impfung wird voraussichtlich in mehreren Phasen durchgeführt werden. In der ersten Phase wird der Impfstoff an Mitarbeiter der ersten Reihe im Gesundheitswesen ausgegeben, einschließlich, aber nicht beschränkt auf diejenigen, die in Behandlungszentren und auf Intensivstationen arbeiten.

In dieser Phase werden auch Menschen über 65 Jahre geimpft und solche, deren Immunität schwach ist und leicht geschwächt werden kann, wie Menschen mit Krebs, Diabetes, HIV und anderen schweren Krankheiten.

Der Leiter des Rwandan Biomediacal Centres erklärte jedoch auch, dass die Regierung auch andere Gruppen in Betracht zieht, weil sie besonders gefährdet sind, wie Insassen von Justizvollzugsanstalten, Menschen in Flüchtlingslagern und Sicherheitspersonal, die auf die eine oder andere Weise dem Risiko des Virus ausgesetzt sind.

Dr. Nsanzimana sagt, dass das Personal, das die Impfstoffe verabreichen wird, bereits an Auffrischungskursen teilgenommen hat, um sicherzustellen, dass es so schnell wie möglich loslegen kann.

„Wir haben sehr erfahrenes Personal bis hin zur Ebene der Gesundheitszentren im ganzen Land, das geschult wurde und Auffrischungskurse zu allen Themen rund um die Impfung und die Vorbereitung erhalten hat, und wir sind bereit. Sobald die Impfstoffe den Flughafen erreichen, werden wir sie abladen und sofort mit der Impfung beginnen“, sagte er.

Noch eine kleine Anmerkung

Vor einigen Tagen war ein Artikel in unsere Lokalzeitung zu finden, in dem behauptet wurde, dass es in Ruanda „Impfungen nur für Privilegierte“ gibt und weiter:“… denn Impfungen wird es im Hinterland vorerst nicht geben. Impfungen gibt es nur für Privilegierte in der Hauptstadt. Auf dem Land kommt davon nix an“.
Solche Behauptungen des Interviewten (und noch ein paar andere in diesem Artikel) sind schlicht falsch. Schade, dass es zu solch einer Berichterstattung ohne Faktencheck kommt.

2 Kommentare

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