Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert den „Bienfait Hilfsfonds“ von 1000 Hügel e.V.


Mit einer Summe von insgesamt 300.000€ und einer Laufzeit von 3 Jahren fördert einer der größten Stifungen Deutschlands unser Projekt „Bienfait“ für bessere Gesundheitsversorgung bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im Distrikt Karongi im Westen Ruandas!



„Die gute Nachricht hat uns während meiner Projektreise in Kigali erreicht – da saßen wir gerade in einer Besprechung mit dem lokalen Projektpartner als die E-Mail mit der Förderzusage kam. Emotionen pur! Die Freude direkt teilen zu können war etwas sehr Besonderes. Mit dieser finanziellen Unterstützung kann enorm viel bewegt werden und die Situation für viele Kinder verbessert werden. Wir sind der Stifung sehr dankbar!“, erklärt Janine Frönd, 1. Vorsitzende des Vereins 1000 Hügel.
„Eine große Ehre und Anerkennung für unseren noch recht jungen Verein. Aber natürlich auch eine riesige Verantwortung, der wir uns sehr gerne stellen.“


4 Wochen war Janine Frönd im Juni in Ruanda um Gespräche mit Projektbeteiligten zu führen aber auch um Kinder mit Behinderungen zu treffen, sei es bei Hausbesuchen und Besuche auf Krankenstationen. „Wir möchten die
Lebenssituationen und die unterschiedlichen Herausforderungen erfahren, kennen und verstehen. Wir möchten aus erster Hand hören, was den Familien helfen könnte.“

Besonders alleinerziehende Elternteile benötigen dringend Hilfe. Vestine, die 36jährige Mutter von Samuel muss ihren Jungen mit schwerer Mehrfachbehinderung stundenlang allein zurücklassen, um in anderen Haushalten Wäsche zu waschen – bei einem Tagesverdienst von weniger als 50 ct am Tag. Der 5-jährige Samuel kann weder sitzen, laufen, reden oder schlucken und hat keine Krankenversicherung noch irgendeine Art medizinischer Behandlung.

Vestine und Samuel

Mithilfe des „Bienfait Hilfsfonds“ kann Samuel zukünfig geholfen werden. Vestine und anderen Eltern in vergleichbaren Situationen würde eine einkommensschaffende Maßnahme helfen, die es ihr ermöglicht Pflege und Einkommen besser zu vereinbaren. „Wir suchen bereits nach Möglichkeiten die Familien auch
wirtschaflich nachhaltig zu unterstützen“, so die Vorsitzende.

Noël mit seiner Mutter Claudine. Der Zehnjährige ist erstmalig in seinem Leben in medizinischer Behandlung.
Noël


Eines der größten Hindernisse von Kindern mit Behinderungen in den ländlichen Gebieten ist die mangelnde Mobilität bei gleichzeitig schwacher Infrastruktur.

Nicht nur, dass dadurch die Teilhabe an Bildung und Gesellschaf eingeschränkt ist – es fängt schon damit an, dass Kinder mit Einschränkungen und besonderen Bedürfnissen einen schwierigeren Zugang zu Diagnose und Hilfsangeboten wie z.B. Rollstühle oder Therapieangebote haben. Viele von ihnen haben aufgrund von Armut keine Krankenversicherung und auch keine Diagnose über ihr Krankheitsbild oder ihre Behinderung. Aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung und der mangelnden Infrastruktur sowie fehlende finanzieller Möglichkeiten ist es schwer bis unmöglich Krankenhäuser und andere spezialisierte Einrichtungen zu besuchen.
Die Covid-19 Pandemie hat zusätzliche Anforderungen an das Gesundheitspersonal und die Gesundheitseinrichtungen mit sich gebracht und Fachpersonal gebunden.

Die ohnehin kaum verfügbaren öffentlichen Transporte haben coronabedingt ihre Dienste reduzieren oder einstellen müssen. Kinder mit Behinderungen können nötige Gesundheitsdienste nicht erreichen.
„Daher wird ein mobiles Diagnoseteam in die entlegenen Dörfer fahren und die Kinder mit Behinderungen und ihre Eltern zunächst in den 537 Dörfern im Distrikt Karongi betreuen. Mithilfe des mobilen Diagnoseteams unterstützen wir die Gesundheitsversorgung bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in den ländlichen Gebieten Ruandas durch Diagnosegebung, Hilfsmittelversorgung und Therapiemöglichkeiten. Parallel dazu werden die lokalen medizinischen Fachkräfe – die Community Health Worker – durch Weiterbildung und Ausbildung in der
Diagnosegebung im Hinblick auf Behinderungen bei Kindern und Jugendlichen in Ruanda unterstützt“, erklärt Janine Frönd die Maßnahmen und Ziele. „Mit dem Projekt „Bienfait Hilfsfonds“ stärken wir nachhaltig das Gesundheitspersonal und das lokale Gesundheitssystem und verbessern die Qualität und Erreichbarkeit von
Gesundheitsdiensten. Dieses Angebot ist für die Familien kostenfrei.“

Nach Schätzungen der Weltbank leben weltweit 80 Prozent aller Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Nur etwa ein bis zwei Prozent haben Zugang zu medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen. So auch die Situation in Ruanda.


Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stifung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Bis heute hat sie rund 2.200 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 60 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stifung Deutschlands.

Herzlichen Dank für diese großzügige Unterstützung!

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