Von der Hand in den Mund

Seit über 1 Woche ist in ganz Ruanda alles dicht: um die Coronafälle möglichst gering zu halten, gilt eine strenge Ausgangssperre für mindestens zwei Wochen. Bei Nichtbeachtung droht das Gefängnis. Grenzen sind dicht und große Straßenblockaden verhindern zusätzlich Verkehrsaufkommen nach oder von Kigali.

Stand vom 28.3.2020: 60 Patienten sind positiv auf Covid-19 getestet worden.

Die Menschen dürfen nur das Haus verlassen, wenn sie einen triftigen Grund haben. Einkaufen ist einer der Gründe, arbeiten ein anderer. Aber nicht für jeden ist Arbeit möglich. Moto-Taxifahrer zum Beispiel dürfen nicht fahren und somit auch kein Geld verdienen. Dabei ist das tägliche Überleben jeden Tag eine große Herausforderung – auch in coronafreien Zeiten. Für umgerechnet 1-3 Euro kann man quer durch Kigali fahren. Sprit ist teuer, es bleibt also nie viel übrig.

Klassische Tagelöhner wie die Taxifahrer gibt es viele. Von der Hand in den Mund. In diesen Zeiten bleibt die Hand und der Mund leer. Viele Familien drohen zu verhungern, bevor das Virus ihnen überhaupt gefährlich werden könnte. Glück hat, wer noch einen kleinen Garten zur Selbstversorgung hat. In Kigali oft schwierig, auf dem Land schon etwas einfacher. Die Regierung von Ruanda hat heute ein großes Hilfsprogramm gestartet: besonders arme Familien bekommen Nahrungsmitteln geschenkt. Um die Ansteckungsgefahr und alle Kontakte zu minimieren werden die Lebensmittel sogar geliefert. Beeindruckend!

Quelle: Kigalitoday.com
Quelle: Kigalitoday.com

Update vom 1.4.2020: es gibt 82 bestätigte Fälle und die Ausgangssperre ist bis zum 19.4. verlängert worden. Keiner der Patienten befindet sich im kritischen Zustand.

Update vom 6.4.2020: gestern konnten 4 Patienten geheilt entlassen werden. Derzeit sind 104 Personen an Corona erkrankt. Die meisten Neuerkrankungen werden durch Ermittlungsarbeit der Taskforce gefunden. Die Kontakte der bisher bekannten Patienten werden angerufen, informiert und getestet. Am Sonntagabend hat die Regierung bekannt gegeben, dass hochrangige Kabinettsmitglieder und Staatssekretäre und andere hoch dotierte Regierungsmitarbeiter im April auf ihr Gehalt verzichten um so soziale Projekte zu unterstützen.

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