Wo die Not mit am Größten ist

Holprige Straßen, dicke Schlaglöcher und manchmal deutliche Risse als Folge des Vulkanausbruchs und starker Erdbeben in der Region in den vergangenen Wochen machen die Anreise beschwerlich.

Ein geländegängiges Auto ist ein Muss. Am Besten geeignet ist ein Pick-Up, um möglichst viele Säcke voll mit Nahrungsmitteln transportieren zu können. Unser Auto ist gut gefüllt mit Maismehl, Bohnen, Reis, Öl und Seife. Wir sind auf dem Weg zu den Batwa in der Grenzregionen Ruandas zum Kongo. In dieser Community stehen unsere 5 Wassertanks. Ein kurzer Check an einigen der Tanks, ob das Wasser läuft – tut es! Weiter geht’s die Piste entlang links rechts, immer weiter, ich bin inzwischen komplett orientierungslos aber irgendwann stehen wir an einer der Hütten, bewohnt vom Dorfvorsteher. Hier packen wir unsere Lebensmittelpakete aus.

Die Verteilung erfolgt durch den Vorsteher Jean Claude, er kennt seine Nachbarn und weiß am Besten wer wieviel Anteil bekommen sollte. Der Hunger und die Not ist groß. Schon vor COVID-19 war die Situation sehr schwierig für die Batwa – das indigene Volk mit traditioneller Vergangenheit in den Wäldern des Virunga-Nationalparks. Früher ein Leben von und mit der Natur, erleben sie heute Ausgrenzung, Stigmatisierung, Arbeitslosigkeit, Gewalt und ein Leben in absoluter Armut. Die Lebensbedingungen sind so schlecht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei 37 Jahren liegt und nur jedes 3. Kind seinen 5. Geburtstag überlebt.

Bin inzwischen das 4. Mal bei ihnen und habe das Gefühl die Situation hat sich noch mehr verschlechtert. Es sind die Auswirkungen von Lockdown und COVID-19, Hunger, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, schlechter Hygiene, mangelndem Wasser, Vulkanausbruch und Erdbeben die diesen vulnerable Menschen zusetzen.

Mitten auf einem kleinen Hügel begegne ich einer kleiner Familie, die mich mit meinem Namen ansprechen. Das ist sehr surreal, so mitten im Nirgendwo.

Sauberes Wasser! Ein Segen
Irgendwann gibts einen neuen Anstrich, jetzt liegen die Prioritäten woanders!
Seife für mehr Hygiene
Jean Claude wiegt und verteilt gerecht
Öl wird abgefüllt
Lange Schlange der Bedürftigen

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