Und wieder auf der Flucht!

Bei meinen Besuchen in Ruanda war ich auch im Flüchtlingslager Kiziba Camp. Vor einiger Zeit habe ich das Camp ausführlich beschrieben. Kann man hier noch einmal nachlesen: Kiziba Teil 1     Kiziba Teil 2     und    Kziba Teil 3

Leider gibt es erschreckende Neuigkeiten rund um das Camp. Nicht nur, dass die Umstände an sich schon schlimm sind, über 20 Jahre als Flüchtling in einem Camp zu bleiben – ohne Aussicht auf ein Ende. Niemand flieht freiwillig. Doch die Familien haben keine andere Wahl. Gewalt und Krieg machten ihnen im Congo das Leben zur Hölle. Flucht war für sie der einzige Ausweg aus ihrer Not.
Nun haben sie wieder Not – Hunger! Seit einigen Tagen ist die Situation im Kiziba Camp verschärft, da die Lebensmittelrationen gekürzt wurden. Die UNO Flüchtlingshilfe UNHCR ist dafür zuständig.
Die Flüchtlinge haben sich daher am Dienstag aus dem Kiziba Camp auf den Weg gemacht, um vor dem Büro des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Kibuye / Karongi zu protestieren. Mittlerweile sind es über 4000 Menschen, die weitgehend friedlich für bessere Bedingungen protestieren.

Seit heute setzt die Armee scharfe Munition ein, um den Protest aufzuheben.
Die Demonstranten sagen, Soldaten hätten auf sie geschossen und mindestens 20 Menschen verletzt. Einige berichten von Toten.

Ruandische Beamte machten die Flüchtlinge für die Provokation der Gewalt verantwortlich. Gestern sagte ein UNHCR-Beamter den Flüchtlingen, es gäbe nichts, was die Behörde für sie tun könnte, wenn sie nicht ins Lager zurückkehren würden.
Er sagte, das Problem sei jetzt in den Händen der Regierung.
Die Flüchtlinge argumentieren, dass sie im Camp verhungern würden.

Die Nachbarländer Kongo und Burundi sind politisch instabil und es gibt seit Jahren starke Unruhen.
Rund 130.000 kongolesische und burundische Flüchtlinge, die in Ruanda leben, sind auf humanitäre Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Die ersten Stimmen sprechen von einer Gefahr der Wiederholung des Genozids.
Ob das eine angemessene oder übertriebene Warnung ist, kann ich nicht abschätzen.
Werde es weiter beobachten und Euch hier auf dem Laufenden halten.
Vielleicht ist es eine lokale Unruhe, die vor Ort gelöst wird – hoffentlich friedlich! Vielleicht ist es aber auch mehr und deswegen muss man wachsam bleiben. Weggeschaut haben wir 1994 – das darf sich nicht wiederholen.

 

Unhcr 2018Unhcr2 2018Kiziba Flucht quelle unbekanntKiziba 2018

 

 

Es gibt auch viele Bilder von Verletzten und Toten, die ich aber nicht zeigen möchte. Wer sich informieren möchte, hier meine Quellen ( auch für die oben gezeigten Fotos und das Video): Rugali.com,  IGIHE, umuseke.rw, UNHCR, Kigali today, Kziba refugees camp, congolese refuges in rwanda, Twitter

Sucht z.B. nach den Hashtags Kiziba oder unhcrKarongi

 

 

Eigene Impressionen aus dem Lager, 2015 :

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