Schulen bleiben dicht

Die Kabinettssitzung in Ruanda hat gestern Abend in einigen Bereichen Lockerungen der Ausgangssperre zugelassen.

So können Restaurants und Hotels wieder öffnen, allerdings nur bis 19 Uhr. Innerhalb einer Provinz darf es eingeschränkt Transporte geben, allerdings nicht zwischen 20 Uhr und 5 Uhr und auch nur in engen Gebieten. Mototaxifahrer dürfen nach wie vor keine Personen befördern, dafür aber z.B. Lieferdienste für Lebensmittel anbieten. Beerdigungen dürfen bis maximal 30 Personen stattfinden.

Das Bemerkenswerteste ist allerdings, dass die Schulen bis September komplett geschlossen bleiben. Radio und TV-Sender haben schon seit einigen Tagen ihre Programme umgestellt und es gibt täglich Unterricht vor Allem für die Abschlussklassen.

Der Ausfall des Unterrichts und Bildung ist das eine Problem. Vor Allem, weil viele Familien keinen Zugang zum E-Learning haben. Doch ein noch gravierenderes Problem ist, dass für viele Kinder das Schulessen die einzige Mahlzeit am Tag ist. Der Hunger ist schon jetzt eine große Gefahr und steigt stetig mit jedem Tag.

Hilft gegen Hunger
Eine leere Mensa in der Western Province
Küche einer Schulmensa

Die Tagesschau berichtete am 28.4.2020 wie Entwicklungsminister Gerd Müller vor einer „Hunger-Pandemie in Afrika“ spricht:

Auch David Beasley, der Chef des Welternährungsprogramms, im UN-Sicherheitsrat sieht die Lage so dramatisch und sagte: “Entschuldigen sie, wenn ich ganz offen rede: Während wir jetzt eine Corona-Pandemie erleben ist die Welt am Rande einer Hunger-Pandemie.“

Allein in Afrika sind es 250 Millionen Menschen, die hungern. Viele sterben nicht am Virus, sondern am Hunger, den das Virus schafft. Ausgangssperren verhindern, dass Felder bestellt oder Lebensmittel geliefert werden. Tagelöhner verdienen kein Geld. Die Preise steigen teilweise auf den höchsten Stand seit 2008 – schon jetzt. Dazu das Virus selbst.

Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass die Subsahararegion zum nächsten Epizentrum der Corona-Pandemie werden könnte. 300.000 Tote, 30 Millionen Hungernde, so die nüchtern klingende Schätzung. Gerd Müller zeigt auf die Sahelzone. Weit weg? Von wegen, sagt er: „Es kommt dort zu Hungernot und Unruhen. In der Folge zu Bürgerkriegen und unkontrollierbaren Flüchtlingsbewegungen. Davon wird auch die EU betroffen sein.“ Quelle: Tagesschau

Mahlzeit für Straßenkinder in Gisenyi

Unsere Corona-Nothilfe

Mittlerweile haben wir 300 Care-Pakete an bedürftige Kinder und ihre Familien verteilen können und 200 weitere folgen in den kommenden Tagen. Mit einem Care-Paket kommt eine Familie ca. 1 Monat über die Runden.

Wir danken allen Unterstützern von Herzen für die Spenden! Bitte helft uns weiterhin die Corona-Nothilfe zu ermöglichen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 29.4.2020

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