Taskforce und Tests

Es gibt täglich 700 bis 1000 Covid-19 Tests in Ruanda. Noch in dieser Woche werden die Testkapazitäten erhöht. Zertifizierte und landeseigene Labore analysieren die Ergebnisse.

Eine über 300 köpfige Taskforce identifiziert Kontaktketten von Coronapatienten. Solange es keinen Covid-19 Impfstoff gibt, werden die Patienten je nach Symptomen behandelt.

Derzeit stehen drei Mittel zur Verfügung, von denen bisher aber keines eingesetzt werden musste, da die Patienten recht schnell Antikörper gebildet haben. Da ist Lopinavir / Ritonavir, welches für HIV Prevention eingesetzt wird, Hydroxychloroquine als Malariamittel und Remdesvir welches gerade in Studien als mögliches Mittel gegen Covid-19 getestet wird.

Es gibt extra eingerichtete Covid-19 Behandlungszentren im ganzen Land verteilt. Zwei davon wurden für die aktuellen 147 Fälle genutzt. Inzwischen sind 76 als gesund entlassen worden. Fast 60% der Erkrankten sind übrigens zwischen 15 und 34 Jahre alt. Jeden Tag gibt es vom Gesundheitsministerium ein update zur Anzahl der Coronafälle, Anzahl Test und Anzahl der gesundeten Fälle.

Bei Verdacht gibt es eine kostenfreie Hotline die man anrufen soll. Patienten mit Covid-19 Symptomen haben in normalen Gesundheitszentren oder in regulären Krankenhäusern nichts verloren.

Bei einem Verdachtsfall kommt geschultes Personal der Taskforce nach Hause, testet und evakuiert diese Person und das Haus wird dekontaminiert. Alle Coronapatienten sind in spezialisierten Coronabehandlungszentren untergebracht. Kein Patient ist Zuhause. Im Übrigen sind auch alle nahen Kontakte für 14 Tage in Quarantäne – ebenfalls in dafür konzipierte Zentren und nicht Zuhause. Dort warten sie auf ihre Testergebnisse.

Leider ist der heutige Zeitungsartikel der Westfälischen Nachrichten schlecht recherchiert oder der Berichterstatter ist schlecht informiert.

Schlecht und falsch informiert… #nofakenews #norumors

Übrigens laufen diverse Vorbereitungen seit Januar. Seit Mitte Januar beispielsweise sind alle Reisenden am Flughafen nach ihrer Reiseroute und Kontaktaufnahme gefragt worden und bei jedem Passagier wurde die Temperatur gemessen. Reisende aus Risikogebieten mussten in eine 14-tägige Quarantäne. Nahezu zeitgleich mit dem ersten Fall gab es eine Ausgangssperre. Präventionsmaßnahmen und Schulschließungen etc sind gut organisiert.

Jede Behandlung – ob in Isolationszentren oder für Covid-19 Erkrankte ist kostenfrei. Das RBC (vergleichbar mit dem hiesigen RKI) macht hervorragende Arbeit. Nahezu täglich gerade mit einem Arbeitstag von 8 bis 23 Uhr….

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